Segeltörn in den B.V.I. (British Virgin Islands) 08.01.00 - 22.01.00

Karte British Virgin Islands

Frühmorgens um 03.15 Uhr fuhr unser Flughafentaxi in Richtung Frankfurt los. Uns stand eine sehr lange Reise bevor. Zuerst flog unser Flugzeug nach London. Es blieb genügend Zeit für einen kleinen Trunk. Dabei blieb es auch, da die Preise (10 DM) jenseits von Gut und Böse waren. Der Anschlussflug führte uns nach Miami, 9 h sitzend im Flugzeug. Wegen einer verrückten Person, die im Flugzeug unbedingt Papierschnitzel anzünden wollte, startete unser Flieger in Miami mit einer Stunde Verspätung. Hoffentlich bekommen wir den Anschlussflug nach Puerto Ricco noch, dachten wir. Es klappte aber dennoch. Dort hieß es, wieder das Flugzeug wechseln, um nach Tortola (Beef Island) zu kommen. Um 22.40 Uhr Ortszeit landeten wir dann endlich. Doch wo waren unsere Koffer ? In der ganzen Hektik und wegen Missverständnissen war unser Reisegepäck nur bis San Juan geschickte worden. In der Hoffnung, es am nächsten Tag zu bekommen fuhren wir nach Road Harbour zu unserem Schiff, einer Athena 38 mit dem Namen Anansi.

Katamaran Anansi

Wir ruhten uns von den Strapazen des Fluges aus, und am nächsten Morgen begrüßte uns die karibische Sonne mit einem Lächeln. Während Achim und ich das Briefing und den Check-Out machten, kümmerten sich die anderen um das Gepäck und das Proviant.Bei TMM war diese Prozedur problemlos. Wir bekamen Tipps über schöne Ankerplätze, nette Lokale etc. Auch machte Sam, ein Mitarbeiter von TMM, einen Probeschlag mit uns in der Bucht von Road Harbour, um uns in die Handhabung eines Kats einzuweisen. Unser Schiff, die Athena 38, war sehr geräumig und bot 8 Kojen. Ich durfte also an Deck schlafen, aber in der Karibik ist das normalerweise kein Problem sondern sehr schön.Unser Proviant (Ausgaben in Höhe von 750 US-$ ) wurde dann auch verstaut und nachdem wir erfahren haben, daß wir uns am besten am Flughafen um unser Gepäck kümmern sollten, sind wir dann zur Trellis Bay losgesegelt. Nach 5 sm sind wir angekommen. Unser erstes Ankermanöver und unser erster Manövertrunk (es sollten noch viele folgen) wurde vollbracht.3 Segler fuhren dann mit dem Dinghi los, um nach dem Gepäck zu fragen. Sie kamen tatsächlich auch damit zurück, so daß wir dann beruhigt zu Abend essen konnten.

Der nächste Tag brachte uns unter Segel zu Cooper Island in die Manchioneel Bay. Nach nur 4 sm fiel der Anker und wir machten uns auf, die Insel zu erkunden. Am Strand befand sich eine Hotelanlage mit Bar und Restaurant. Der Service war nicht besonders, so daß nach einem Inselrundgang an Bord (chinesisch) gekocht wurde.

Der nächste Tag führte uns nach Road Harbour, um einzukaufen, zur Bank zu gehen, Wasser zu bunkern und kleine Reparaturen an Bord durchzüführen. Irgendwie war uns UKW-Radio ausgefallen. Wir konnten empfangen, aber nicht senden. Diese wurde auch problemlos behoben. Am Nachmittag segelten wir dann mit bis zu 11 kn Fahrt zu Norman Island (13 sm) in die Bucht The Bight. Dort gab es die Bar Billy Bones. Zur Happy Hour lag unser Anker und wir tranken alle unseren ersten Cocktail. Leider war der Sex on the beach nur in flüssiger Form vorhanden. Aber auch Painkiller war nicht zu verachten. Am Abend probierten wir unseren Grill aus. Stellt euch vor, ihr liegt in der Karibik vor Anker und eßt selbstgegrillte Spareribbs. Walter unser Grillprofi war in seinem Element. Es war fantastisch. Später zogen Achim, Walter und ich nocheinmal los, um einen Absacker zu trinken. Die Musik beschallte die ganze Bucht und es war eine Bombenstimmung.

Von Norman Island ging es nach Sandy Cay einer kleinen Insel, die als Tagesankerplatz sehr schön ist. In einer sehr schnellen Fahrt flogen wir an Traumständen vorbei und hatten eine Weile an Backboard die USA mit der Insel St. John. Sandy Cay tauchte am Horizont auf und kurze Zeit später fiel unser Anker in türkisfarbenes Wasser. Wir mussten unbedingt die Insel erobern, was vor uns sicherlich schon viele gemacht haben. Bei der Landung mit dem Dinghi spülte uns eine Welle an Land. Dabei fiel Jost seine Kamera ins Wasser. Barfuss erkundeten wir die Insel. Unsere Füsse sind nicht für diese Wege mit kleinen Steinen gemacht. Unterweg fanden wir noch 2 Kokosnüsse, die dann von Achim fachmännisch geöffnet wurden. Am Strand plagten uns dann Sandflöhe. Am frühen Nachmittag zogen über Torotola dunkel Regenwolken auf und erreichten uns 1 h später. Wir waren aber da schon in Great Harbour auf der Insel Jost van Dyke (14 sm). Später bummelten wir noch durch den Ort, der nur aus ein paar Häusern (hauptsächlich Bars und Restaurants) bestand. In Foxys Bar tranken wir unseren Cocktail. Foxy ist schon ein Unikum. Sein Motto lautet 'drink de beer, life de live'. Mit dem 'th' haben es die Schwarzen nicht so. Der Regen kam wieder, aber um 20.00 konnten wir trotzdem an Bord Spareribbs und Hähnchen grillen.

Auf der Insel Jost van Dyke gibt es viele schöne Buchten, so daß wir am nächsten Tag die Buchte White Bay besuchten. Der Strand wurde besucht und irgendwann auch die dazugehörige Bar. Am Mittag umrundeten wir dann die Insel, um auch einmal Atlantikdünung zu spüren. Bei 60° am Wind war die Ananasi sehr schnell. Bis 30° fuhr sie, wurde aber immer langsamer. Sandy Spit hies das Ankerziel für den frühen Nachmittag. Wieder eine kleine Trauminsel, Palmen, weißer Strand und türkisblaues Wasser. Am Abend lag nach insgesamt 20 sm unser Anker in Soper's Hole. Dort war eines der vielen Lokale von Pusser's , einem Rumhersteller und hoffentlich zukünftigem Sponsor unser Karibiktörns (bei dem Verbrauch an Pusser's Rum). Happy Hour bei Painkiller und Barbecue (für nur 16 US-$) war für diesen Abend angesagt. Die Karibiknächte sind bekanntlich sehr lang, doch an Bord waren einige Crewmitglieder schon sehr früh müde, so daß die Schwundrate gegen 21.00 Uhr beträchtlich anstieg.

kleine Insel in den British Virgin Islands

Der nächste Tag brach an und wir wollten eigentlich wieder Wasser bunkern, doch am Anlegesteg fürs Wasser lag eine riesengroße Segelyacht. Also weiter zum nächsten Hafen, Nanny Cay. Für 15 US-$ wurde Wasser gebunkert. Außerdem wurde die Vorräte aufgefüllt. Beim Auslaufen aus dem Hafen ging ein Motor nicht, wir hatten ein Tau in der Schraube. Also zurück mit dem anderen Motor, festmachen an einer Boje und das Tau aus der Schraube befreien. Peter löste dieses Problem ruck zuck. Dieses Problem war gelöst doch das nächste kam sogleich. Denn beim Setzen der Segel brach die Nock am Baum,die das Schothorn am Baum hält. Das Segel wurde geborgen und unser neues Ziel hieß: Road Harbour. Die Reparatur wurde von TMM innerhalb 1 h durchgeführt, so daß wir um 16.00 Uhr wieder auslaufen konnten. Wir mußten aber noch einkaufen. Die Zeit lief uns davon. Erst um 17.15 Uhr wurde der Anker gelichtet und mit Volldampf ging es unserem Ankerplatz entgegen. Erst die Paraquita Bay (15 sm )war für uns geeignet Die Einfahrt war sehr schmal. Wir kamen aber trotz Überbreite durch und lagen nun als einziges Schiff in einem Hurricane Hole. Überall lagen Bojen und Mooringleinen rum, so daß wir damit unseren Kat festmachen konnten. Abends gab es dann Spaghetti an Bord.

Diese Bucht war nicht sonderlich schön, trotzdem haben wir sie erkundet. Sie ist sehr flach, doch mit unserem Kat war dies kein großes Problem. Wir mußten aber wieder durch die Einfahrt aus der Bucht raus. Ich war am Ruder. Jetzt war aber Ebbe, so daß es zweimal am Bootskörper leicht krazte, als wir rausfuhren. Unser Tagesziel war Peter Island mit der Deadmans Bay. Diese Insel zeigt die Karibik in seiner kitschigsten Form. Weißer Sandstrand, Palmen, die im Wind wedeln und ein Traum-Hotelanlage (Doppelzimmer incl. Vollpension 800 US-$/Nacht). Wir haben diese Insel zu Fuss erkundet. Dies ist auch einer der Vorteile eines Segelurlaubes. Wo kann man in solch kurzen Zeit so viele Insel sehen und erkunden. Jeder Abend ein anderer Ankerplatz, neue Eindrücke, neue Landschaften, neue Bars zur Happy Hour.

Wir mußten noch unseren Ankerplatz für die Nacht erreichen. Doch wohin ? Wir wollten auch noch zu den Baths, einer Felsenformation auf Virgin Gorda. Das idealste Ziel war in dem Fall Marina Cay, die auf Tortola lag. Mit halbem Wind segelten wir dorthin. Dort erwartete uns wieder ein Pussers. Pünktlich zur Happy Hour waren wir dort. 14 sm war die gesegelte Strecke. Marina Cay hat extra eine kleine Bar zur Happy Hour. Dort gab es diesesmal 2 für 1. Der Ausblick war gigantisch. Keiner wollte mehr an Bord. Wieder wurde an Bord gegrillt. Ich glaube kein Restaurant könnte es besser als unser Grillmeister Walter. An Deck schlief Jost, da Hans anscheindend etwas schnarchte.

Eine Woche war schon vorbei und wir segeltem einem der Höhepunkte der BVI entgegen: the Baths. Hierbei handelt es sich um eine Felsenformation,.mit kleinen Höhlen, weißen Stränden. Man muß es gesehen haben. Bei den Baths liegt auch ein Marine Nationalpark, der mit einer größeren Anzahl von Bojen ausgestattet ist, so daß man den Untergrund schont und das Schiff sicher liegt. Hier ist schorcheln angesagt. Es gibt sogar einen Weg durch diese Felsen, einfach fantastisch.

The Baths auf den British Virgin Islands

In einer Bar wurde dann noch Bier getrunken und Hamburger verspeist. In Spanish Town machten wir noch kurz Halt, um Vorräte aufzufüllen, Postkarten einzuwerfen etc.

Wir wollten noch hoch in den Gorda Sound. In der Leverick Bay machten wir an einer Boje fest. Leichter Schwell war schon vorhanden, daß es schlimmer werden sollte, ahnten wir noch nicht.

Wieder war ein Pussers vorhanden und es gab wieder Painkiller. Diesesmal sogar in richtigen Gläsern. Heute abend wollten wir mal richtig zu Abend essen. Es war sehr teuer: 340 US-$ für 9 Personen. Irgendwann regnete es Badewannen. Wir erfuhren, daß sehr starker Wind mit Wellen bis zu 9 Fuss Höhe angesagt wurden und wir lagen genau im Schwell. Also nichts wie weg. Nachts um 22.40 machten wir an der Boje los und es ging in Richtung Bitter End (15 sm), wo es keinen Schwell gab. Es war sehr dunkel, aber wir schafften es. Beim Festmachen an einer Boje wurde unser Bootshaken verbogen und wir mußten mit Hilfe eines Schrubbers festmachen.

Am Sonntag wurde nicht gesegelt, denn wir hörten den Wetterbericht. Von Hurricane (bis 70 kn Wind) war die Rede. Wir machten das Schiff sturmklar: Bimini-Top runter, zusätzlich Anker ausgebracht, Segel verpackt und an einer 2. Bojen zusätzlich festgemacht. Uns fehlten Eis und ein Bootshaken. Also machten Walter und ich uns auf dem Weg zum Hafen, um dies zu besorgen. Im Hafen waren sie arg verwundert, daß wir von einem Hurricane sprachen. Der Wetterbericht gab Entwarnung: nur noch 20 % Regenwahrscheinlichkeit, 35 kn Wind und 2 m Welle. Entspannt genossen wir unsere Biere in einer Bar und sahen zu wie Surfer den Wind nutzten. Zurück an Bord spielte die Mannschaft 'Schwimmen'. Über die Entwarnung waren sie froh. Am Abend wurde wieder gegrillt: Spareribbs en masse. Dann wurden Karten gespielt. Erst um 01.00 Uhr gab es Nachtruhe.

Der nächste Tag brachte wieder Sonne und wir mußten wieder Wasser bunkern. Die Mannschaft nutzte die Gelegenheit, einzukaufen, Müll zu entsorgen und den Hafen anzuschauen. In der Bordkasse war wieder Ebbe, also auffüllen. Wir wollten nach Anegada, mußten dazu aber die Erlaubnis von TMM holen. Sam meinte nur, am nächsten Tag dürfte es keine Probleme geben. Wir sind dann unter Vorwindkurs 230 ° wieder nach Marina Cay gesegelt.2 3/4 segeln mit der Atlantikdünung im Rücken. Die Mannschaft schlief und sonnte sich am Vordeck. Um 15.00 fiel nach 13 sm der Anker. Jetzt hieß es schnorcheln am Riff, das Marina Cay umgibt. Doch dort waren wenig Fische, nur ein kleiner Rochen zog seine Kreise. Später schorchelten Walter und ich noch am Schiff. Dort war wesentlich mehr los. Kleine Fische in den prächtigsten Farben, riesengroße Seeigel und 5 Rochen auf einer Stelle. Die Mannschaft bereitete inzwischen das Essen vor: Nudelauflauf. Um 17.00 Uhr ging es los zur Happy Hour. Wieder Painkiller und wieder Sonnenuntergang genießen. Nach dem 4. Painkillern fuhr ich dann die letzte Runde wieder an Bord. (am Bodensee hätte ich gewiss Probleme mit der WaPo gehabt) Später wurde an Bord gegessen. Nach der Menge an Alkohol war dies auch notwendig. Ich legte mich nach dem Essen für ein Viertelstündchen an Deck. Doch erst um 01.30 Uhr wachte ich wieder auf. Alles schlief, die Musik lief und Walter schnarchte im Salon. Nachts regnete es leicht.

Der nächste Morgen fing gut an: der eine Motor startete nicht. Erst nachdem der andere Motor einige Minuten lief, konnten wir den 2. Motor starten. Der erste Tag an dem unser Skipper Alka Selzer brauchte. Heute kommandierte Walter die Aktion: Frühstücksvorbereitungen. Achim fährt um 09.00 Uhr an Land, um mit TMM zu telefonieren. Wir bekommen die Erlaubnis. Also zu Ende gefrühstückt, Anker hoch und auf nach Anegada. Wir mußten aber kreuzen, da Anegada genau im Wind lag. Die Waypoints wurden ins GPS eingegeben und wir machten 4 Wenden, bis um 13.00 Uhr der Wind immer schwächer wurde und wir den Motor starteten. Eine weise Entscheidung. Die betonnte Einfahrt (rechts vom weißen Haus) wurde dann später erblickt und um 14.30 Uhr fiel der Anker. (24 sm). Ein Manöverbier wurde getrunken. Daß es viel Wind in den letzten Tag gab sah man an dem aufgewühltem und etwas kalten Wasser. Die Zeit bis zur Happy Hour nutzten wir mit sonnen an Deck, faulenzen und baden. In Neptun's Treasure wurde später eine Anegada Sunset getrunken. Auf Anegada sind die Preise für einen Lobster im Restaurant der helle Wahnsinn: 40 US-$ . Wir besorgten uns lieber Gambas und kochten an Bord. Leider war dann das Gas alle und es gab auf der Insel nicht unsere Gasflaschen. Beim Kartenspielen wurden dann 2 Flaschen Pusser's Rum verbraucht.

Heute war eine Inselrundfahrt angesagt. Leider war das Frühstück mangels fehlendem Kaffee und Tee recht nüchtern. Unser Taxi kam dann auch und zeigte uns die Schönheiten der Insel. Mittags waren wir bei Big Bamboo. Dort war ein schöner Strand mit Schnorchelecke und ein leckeres Restaurant, wo wir dann auch zu Mittag gegessen haben. Dieses Mal habe ich mir einen Lobster gegönnt. Er war sogar bezahlbar. Zur Happy Hour waren wir wieder bei Neptun's Treasure. Eigentlich wollten wir bei Pam's kitchen Pizza bestellen, aber sie hatte soviel Kundschaft, daß sie es nicht schaffte, die Pizzas rechtzeitig fertigzustellen. Also gab es kalte Küche an Bord (Brot, Käse und Salat mit Thunfisch).

Der nächste Tag nahte und es hieß wieder Abschied zu nehmen von Anegada. Wir starten schon um 07.45 Uhr ohne Kaffee. Um 09.00 Uhr sichteten wir an Steuerboard einen Wal. Bis aber die Fotoapparate vorgeholt wurden, war der Wal schon weggetaucht. Da kein Wind war, motorten wir nach Road Harbour, um Gas zu bunkern und wieder einzukaufen. Nach 23 sm erreichten wir gegen 11.00 Uhr die Hauptstadt von Tortola. Ein paar von uns machten sich auf mit dem Dinghi zum einkaufen und die anderen fuhren in den Hafen zum Wasser bunkern und Gas nachfüllen. Wir konnten wieder um 13.00 Uhr ablegen und fuhren unter Motor Sandy Cay entgegen. Walter und ich holten dann 9 Kokosnüsse von der Insel. Eigentlich wollten wir zur Insel Sandy Spit. Der Anker fiel auch, doch beim Anlanden spülte uns die 4. Welle an Land. Jost bekam den Motor ans Knie. Wir waren sauer. Solch einen Aufwand fürs Grillen. Achim, Rudi und Walter versuchten auch ihr Glück hatten aber auch kleine Probleme an Land zu kommen. Also Anker wieder hoch und kurz verlegen nach Little Jost van Dyke (35 sm), wo wir an Bord grillten. Dieses Mal gab es Fleisch (Surloine Steaks) für eine ganze Fußballmannschaft. Die Spareribbs wurden nicht gegessen mangels Platz im Magen. An dem Abend gab es selbstgemachten Painkiller, da eine Bar nicht vorhanden war.

Unser letzter Segeltag brach an. Diesemal wieder mit Kaffee und Tee. Die Cane Garden Bay wurde angelaufen. Ein netter Ort mit einer noch aktiven Rumbrennerei. Ein sehr altes verfallenes Gebäude, wo seit über 400 Jahren noch Rum gebrannt wird. Man sagt dem Rum nach, daß ein Tropfen auf dem Schiffsdeck ein Loch in den Bootskörper brennen würde.

Der Anker ging um 12.00 Uhr wieder hoch, denn wir wollten noch Höhlen auf Normann Island besichtigen. 2 h späer fiel der Anker, da alle Bojen bereits belegt waren. Doch zuerst wurde der Grill für die Spareribbs angeworfen. Als Strafarbeit hieß es die restliche 10 kg Zwiebeln und 1 Kg Knoblauch zu schälen, zu pressen und kleinzuhacken. Leichtmatrose Waler, Peter und Hans sowie Bootsmaat Patric hatten diese ehrenvolle Aufgabe. Jost legte seinen Dödel faul in die Sonne. Nach dem späten Essen waren wir noch schnorcheln. Plötzlich unterm Schiff ein 2 m langer Barracuda. Er bewegte sich nicht. Frederike verliert vor Aufregung ihre Flossen und Brille mit Schnorchel. Jost hatte Mut und tauchte danach. Wir mußten aber los, da es kurz vor Sonnenuntergang war. Ein paar Minuten später fiel der Anker in The Bight bei William Thornton (ein altes Schiff zum Restaurant umgebaut) (6 sm). Die Happy Hour war schon vorbei, aber zu viert machten wir uns auf den Wege. Bei Willy wurden einige Painkiller vernichtet. Um 21.00 Uhr sind wir dann leicht angetrunken zum Abendessen zurück gefahren. Es gab Pasta mit Tomatensoße und Salat. Als Begleitung gab es den letzten Rotwein und als Dessert einen Painkiller. Die letzte Nacht an Deck brach an.

Wir mußten früh aufstehen, da wir unsere Ananasi wieder abgeben mußten. Pünktlich um 08.00 Uhr ging der Anker hoch und 1 h später lagen wir an der Tankstelle in Road Harbour. Diese Tankfüllung kostete nichts und auch der Check-In bei TMM war sehr schnell und ohne Komplikationen. Kompliment für TMM. Unser Taxi waretete schon auf uns und wir sahen noch einmal von Land aus, wo wir in den letzten 2 Wochen segelten. Die Rückreise ins kalte Deutschland verlief einwandfrei. Nur der Formularkrieg bei der Einreise in die USA war stressig,. Diese vielen Formulare nur für die Durchreise. Bei der Landung in New York war das Barometer bereits um 36 ° gefallen. Frankfurt war dann auch nicht wärmer.

Fazit:

Die BVI sind ein fantastisches Segelrevier. Kurze Distanzen. Immer Landsicht. Traumhafte Buchten mit Palmen und weißen Sandstränden. Die Bewohner sind freundlich. Leider sind die Preise sehr sehr sehr hoch. Ein Katamaran ist das ideale Fahrzeug für dieses Revier. Viel Platz, sehr schnell und kaum Tiefgang. Die Charteragentur TMM kann man nur wärmstens empfehlen. Neben den Flugkosten (1500,- DM), den Kosten für die Koje muß man noch die Nebenkosten in einen Karibiktörn einberechnen. Jeder von uns hatte 270 US-$ in die Bootskasse einbezahlt, von dem alle Lebensmittel, viele Barbesuche zur Happy Hour, auch ein Abendessen bezahlt wurden. Hinzu kommen noch die persönlichen Ausgaben, so daß man insgesamt für einen 2wöchigen Karibikurlaub in den BVI ca. 4000,- DM einkalkulieren muß.

Ein Bericht von Patric Seger