Bericht im Intranet des SWR über den erfolgreichen Ausbildungstörn in Elba 2006
 


"Holt dicht die Großschot!" - Die SWR-Sparte Segeln unterwegs Kaum gegründet und schon im ersten Auslandseinsatz: Die Sparte Segeln, neu im SWR-Sportclub, startet durch. Elf der dort engagierten Kolleginnen und Kollegen wagten sich im April an die Küsten Elbas auf einen Ausbildungstörn - und drei ganz mutige sogar an die praktische Prüfung für den Seeküstenschifferschein. Nachdem im Dezember 2005 alle Mitglieder der Sparte Segeln erfolgreich den "Sportbootführerschein See" bestanden hatten, folgte nun der nächste wichtige Schritt im Leben eines zukünftigen Seglers: der SKS, der Sportküstenschifferschein - Theorie und Praxis. Seit Februar "navigieren" im Sitzungsraum 2330 SK II des Baden-Badener Funkhauses wöchentlich elf Wackere mit Magnetkompasskurs, Missweisung und Besteckversatz, vorbei an Kardinaltonnen durch die Ost- und Nordsee, und kämpfen mit Gezeitenströmen. Begegnung mit "Candylight", "Sandy" und "Sundance" Doch grau ist alle Theorie: Was im November mit einem Gummiboot auf dem Rhein begonnen hatte, fand nun seine praktische Fortsetzung während eines SKS-Ausbildungstörns auf 14-Meter-Yachten an den Küsten Elbas. "Candylight", "Sandy" und "Sundance" - was so verheißungsvoll klang, entpuppte sich bei näherem Hinsehen als recht beengend. Diejenigen, die sich noch nicht an Bord einer Acht-Personen-Yacht begeben hatten, fragten sich, wo denn die anderen Personen schlafen sollten. Doch bald hatte jeder sein Plätzchen, das heißt, seine Koje gefunden. Die Betten waren bezogen, Campari, Spaghetti, Käse und Hühnerschlegel verstaut. Es folgte eine Einweisung in die Handbedienung der Toiletten, das Öffnen und Schließen der Seeventile und in die Rettungsmittel. Am Abend schaukelten dann alle vergnügt in ihren Kojen dem Törn entgegen. Doch die erste Liebe zur Seefahrt wurde bei manchem schon am nächsten Tag hart auf die Probe gestellt: Die Seekrankheit hatte zugeschlagen. "Vomex"-Zäpfchen sei Dank ließ sich diese Unpässlichkeit schnell in den Griff kriegen. "Klar zur Halse!" "Fiert auf die Groschot für Raumschotkurs" oder "schotet auf die Fieren für Schotraumkurs"? "Dicht holen", "Rundachtern" oder doch eher "klar zur Halse"? Segler sprechen nicht wie normale Menschen, das war sehr schnell klar. Nach einer Woche mit viel Wind, weniger Wind, gar keinem Wind und wirklich prächtigem mittleren Wind war uns jedoch das Seglerkauderwelsch in Fleisch und Blut übergegangen, wussten alle, wie man Segel setzt und welche Schot(-Leine) man wann ziehen (dicht holen) oder rauslassen (fieren) soll und warum sich ein Segelboot beim Rückwärtsfahren leider nur fast wie ein Auto verhält.

Die SKS-Praxisprüfung

Am letzten Tag des Törns wurde es dann ernst für drei SWR-Sportclub-Kolleginnen. Ute Heers, Gisela Kremser und Cordula Weinzierl stellten sich der SKS-Praxisprüfung: Wenden, Halsen, Boje-über-Bord-Manöver waren einige der Prüfungsaufgaben, die sie fehlerlos bewältigen sollten. Zumindest äußerlich souverän stellten sie sich den bohrenden Fragen des Prüfers und meisterten die verlangten Manöver - dank der einfühlsamen Crew, die hier und da die Manöver-Kommandos schon vorauszuahnen schien. Am Abend konnten dann alle Prüflinge der insgesamt drei Boote ihren bestandenen Praxisteil für den Seeküstenschifferschein ausgiebig feiern. Am 1. Juni muss nun die theoretische Prüfung zum SKS bestanden werden.